FR-Kommentar zu Managergehältern

29.04.2008 – 20:17

Die von der SPD-Kommission “Angemessenheit und Transparenz von Managerbezahlungen” ausgearbeiteten Vorschläge zur Begrenzung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Managergehältern werden selbst von innerparteilichen Kritikern wie dem Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin als “lustige Nummer” und “klassische Symbolpolitik” verspottet. Dass die CDU diese absurden Ideen rundweg ablehnt, hat niemanden überrascht.

Außer vielleicht Stephan Hebel, seines Zeichens Textchef und politischer Autor bei der Frankfurter Rundschau. Unter dem Titel “Millionäre auf Staatskosten” kommentiert er:

“Wohlgemerkt: Es geht der SPD, soweit bekannt, nicht mal darum, Millionenzahlungen an die Manager zu begrenzen. Einschränken will sie nur die Möglichkeit der Firmen, sich die Spitzengehälter zum Teil vom Staat bezahlen zu lassen, indem sie sie von der Steuer absetzen.

Hören wir nicht ständig von Union und FDP, der Staat solle sich aus der Wirtschaft so weit wie möglich heraushalten? Ist es dann nicht vorbildlich, wenn er es den Firmen überlässt, das Geld für ihre Manager selbst zu verdienen? Nein, da machen wir wohl einen Denkfehler. Zahlen, so die verlogene Devise der Wirtschaftsliberalen, soll er schon, der Staat. Nur verdienen soll die Wirtschaft allein.”

Mir hat es beim Lesen dieser Zeilen fast den Atem verschlagen. Entweder ist der Mann in wirtschaftlichen Dingen völlig ahnungslos - oder er ist völlig skrupellos, was das bewusste Verdrehen von Tatsachen anbelangt. Die steuerliche Abzugsfähigkeit von Betriebsausgaben als Zahlung durch den Staat zu bezeichnen, zeugt wirklich von einer unglaubglichen ökonomischen Unkenntnis oder einer mindestens ebenso unglaublichen Dreistigkeit. Bei allem Verständnis für (andere) Meinungen in politischen Kommentaren: Ein solcher Blödsinn ist einfach unerträglich.

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